Wie man für andere betet

von Swami Veda Bharati

Quelle: ahymsin.org


Häufig fragen Suchende: 'Wie kann ich für jemanden beten?'  Hier ist eine kurze Antwort.

Oft verstehen die Menschen unter Gebeten lange Sätze wie: 'Oh Gott, bitte hilf ihm', 'Bitte lass meine Tochter wieder gesund werden', 'Bitte hilf meinem Sohn, seine Prüfung zu bestehen', 'Göttliche Mutter, bitte hilf meinem Mann, seinen Ärger in den Griff zu bekommen', usw.

Oder wir verstehen Gebete als Rezitieren oder Singen von mantras, shlokas, Kompositionen, Versen aus heiligen Büchern unserer Religion - egal welcher Religion.

Die Art und Weise des Gebets eines Meditierenden ist eine stille. Mein Meister, Swami Rama vom Himalaya, sagte: 'Gebet ist ein intensives Gefühl'.

Auch wer nicht an Gott glaubt, kann für andere beten.

Aber man muss lernen, seinen Geist auf ein solches Gebet vorzubereiten. Es erfordert einen reinen, sattvischen und selbstlosen Geist. Lerne außerdem die Technik der Meditation. Dies kann ein langer und komplexer Prozess sein, oder ein kurzer. Man kann selbst eine Aufzeichnung einer geführten Meditation nutzen. Hier ist eine kurze (in der viele Details fehlen):

  • Entspanne alle Muskeln, insbesondere die Stirn.
  • Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Beobachte einfach, wie du atmest.
    Durch die einfache Beobachtung, wird sich dein Atem verlangsamen.
  • Richte deine Aufmerksamkeit darauf, den Atemfluss und die Berührung des Atems in den Nasenflügeln zu spüren.
    Atme langsam, sanft und gleichmäßig.
  • Spüre weiterhin die Berührungen des Atemflusses in den Nasenlöchern.
    (Hier kannst du einen Namen des Gottes deiner Religion und Sprache wählen, oder einen heiligen Satz. Andernfalls zähle einfach die Atemzüge, nicht in Worten, sondern nur in Gedanken - Eeeeeiiiins … Zweeeeiiiii … wiederholen, und dabei den Atemfluss spüren.)
  • Wenn der Geist zu einem ungestörten, gleichmäßigen Fluss geworden ist, stelle dir die Anwesenheit derjenigen Person vor, für die du betest.
    Stelle dir die Person in demjenigen Zustand vor, in dem du sie gerne sehen möchten.
  • Lasse das ein intensives Gefühl sein. Abwechselnd mit der Atem-Beobachtung (wie oben beschrieben), kehre immer wieder zu diesem intensiven Gefühl zurück.
  • Wenn du gläubig bist, lasse ein intensives Gefühl der Hingabe an das Göttliche entstehen.
  • Wiederhole dies, bis dein Ziel für die Person erreicht ist. Aber erlaube auch ein Gefühl der Akzeptanz, der Aufgabe des Wunsches und des Ergebnisses. Wenn die göttliche Kraft dein Gebet annimmt, dann sei dankbar.

Für eine fortgeschrittene Form dieses Gefühlsgebets muss man die Zwerchfellatmung erlernen, ansonsten können Beschwerden im Brustbereich auftreten. Nimm dafür einige Lektionen der Himalaya-Yoga-Meditationsmethode bei einem autorisierten Lehrer.

Wenn die Zwerchfellatmung zu einem natürlichen Vorgang geworden ist, kann man zur nächsten Stufe dieses Gefühlsgebets übergehen.

  • Spüre den Atemfluss in den Nasenlöchern
    (wie oben, mit dem göttlichen Name oder zählen, eeeeeiiiins … zweeeeiiiii …)
  • Atme mit dem Zwerchfell, und nicht anders.
  • Nach einiger Zeit, sobald sich der Geist beruhigt anfühlt, richte die geistige Aufmerksamkeit auf dein Herzzentrum, auf den Bereich in der Mitte der Brust -
  • spüre, als ob es eine Höhle in diesem Bereich gäbe. Verweile mental in diesem Bereich.
    Spüre, als würdest du diese Höhle betreten.
  • Stelle dir in dieser Höhle die Person in dem Zustand vor, den du möchtest, dass sie erreicht.
  • Lass es ein intensives Gefühl sein.
  • Du kannst zwischen dem intensiven Gefühl und der Atem-Beobachtung abwechseln, und es so lange fortsetzen, wie du möchtest.

Beklage dich nicht, 'Gott, wann erhörst du mein Gebet? Ich habe schon so lange gebetet und du hast meinen Wunsch nicht erfüllt!'

Die Geheimnisse des erfolgreichen Betens sind:

  • Intensives Gefühl
  • Aufgabe des Wunsches nach Ergebnissen; Akzeptanz.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Beten.

Niemand anderes als du selbst sollte für dich ein Gebet arrangieren.
Du solltest in deiner eigenen Sprache beten, auf deine Weise, mit Entschlossenheit und Vertrauen.

Es gibt heilige Bücher - sie sprechen von Gebeten. Diese Gebete sind von anderen gemacht. Doch niemand sollte für dich Gebete formulieren.

Bete in deiner eigenen Sprache - und so still wie möglich.
(Swami Rama)

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