Der Klang der Stille

von Swami Veda Bharati
Aus der Serie: 'Mind - Playground of Gods'


Die Praxis der Stille ist wie ein Fasten der Sprache. Viele, die Fasten praktizieren (Ess-Fasten), regulieren dabei nicht die andere Funktion des Mundes - Sprache. Spirituell betrachtet ist das Sprach-Fasten tatsächlich noch förderlicher als das Ess-Fasten.

Es ist nicht möglich, Sprach-Fasten zu praktizieren, ohne dass der Geist zu einem gewissen Grad von Ruhe gebracht wird, indem er einen meditativen Zustand beibehält. Nicht sprechen, aber Fernsehen, das ist keine Stille. Nach einem halben Tag der Stille zum Telefon greifen, um zwei Stunden zu tratschen, macht dich nicht zu einem Praktiker der Stille.

Es benötigt Folgendes:

  • Ein samkalpa für Stille setzen, den geistigen Entschluss, bevor man beginnt.
  • Eine Affirmation: 'Ich werde schweigen, und dabei einen meditativen Geist und einen entspannten Körper beibehalten.'
  • Während der Zeit der Stille eine meditative Stimmung bewahren und mantra-japa und Atemgewahrsein praktizieren.
  • Einen weiteren Entschluss setzen, nach der vorgesehenen Zeit der Stille nicht zu versuchen, diesen 'Entzug' aufzuholen durch übermäßiges Essen oder Sprechen.

Man kann sich eine Stunde täglich Stille vornehmen oder wöchentlich einen halben Tag - nicht aber, wenn man dadurch beispielsweise seine Kinder vernachlässigt.

Man hört oft Aussagen wie: 'Ich lebe alleine, ich bin immer in der Stille', oder 'Oft schicke ich meine Kinder weg zum Spielen oder Fernsehen, so dass ich Ruhe und Frieden haben kann'. Ohne samkalpa und einen meditativen Geist ist es keine Praxis der Stille.

In der Praxis der Stille gibt es viele kleine Geheimnisse.

In unserem Ashram in Rishikesh schulen wir Menschen für die Kunst und Praxis der Stille. Dafür gibt es viele kleine Geheimnisse. Ohne sie zu lernen, kann man für sich nicht den ganzen Nutzen daraus ziehen.

Oft beginnen sadhakas mit einem Tag der Stille, später drei Tage. Dann erhöhen sie es auf sieben oder zehn Tage. Nach einer Weile unternehmen sie ein 40tägiges Sprach-Fasten mit einem viel geregelteren Tagesablauf. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels unternehmen in unserem Ashram 15 sadhakas eine 90-Tage-Stille, begleitet von vielen Stunden des Feueropfers (yajna). Ihre Gesichter sind wahrlich ruhig und strahlen durch die entwickelte und bewahrte Energie, da mentales brahmacarya (Mäßigung, Enthaltsamkeit) einen wesentlichen Bestandteil solcher Zeiten der Stille darstellt.

Im gut ausgestatteten Labor der 'Neurologie der Meditation' in unserem Ashram führen wir EEGs und andere Messungen an den sadhakas durch, vor und nach den Zeiten der Stille. Wir hoffen, diese Daten mit Hilfe einiger führender internationaler Forscher zu analysieren und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Ein spiritueller Lehrer, der sadhakas durch die Praxis der Stille führt, hat große Verantwortung für deren emotionale Gesundheit. Er muss sie durch die vielen versteckten emotionalen Zustände führen, die entstehen können. Darüber werden wir ein anderes Mal schreiben.

Für’s Erste setzt euch ein samkalpa, Zeiten der wahren inneren Stille zu praktizieren.

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