Reinigung der Gedanken

Swami Veda Bharati
(aus der Vortragsserie 'Superconscious Meditation')


Die Auseinandersetzung mit der Bereinigung seiner Gedanken in der Meditation kann schwierig sein. Viele kämpfen mit diesen ständig aufeinanderfolgenden Wellen von Emotionen und Unruhe, die im Geist aufsteigen, und ihre Meditation entmutigt sie. Ich gebe euch einen kleinen Rat dafür: ihr werdet diese Bewegungen des Geistes nicht beseitigen, indem ihr sie bekämpft. Wenn ihr mich fragt, wie man sie stoppen kann, antworte ich, dass es keine Möglichkeit gibt, sie zu stoppen. Das scheint entmutigend zu sein, doch das ist es nicht. Wirklich, ist es nicht.

Denkt einfach einmal an den Ozean. Du stehst am Strand und schaust auf den Ozean. Mächtige Wellen, Stürme, steigende und sinkende Wellenberge. Wenn man ein Kind bittet, ein Bild vom Ozean zu malen, wird es Wellen malen. Das ist die Vorstellung, die wir von einem Ozean haben, Wellen und donnernde Klänge. Doch Jacques Cousteau hat ein Buch über genau diesen Ozean geschrieben, er nannte es 'Die schweigende Welt' ('The Silent World').

Eines meiner Hobbys war Sporttauchen. Wenn ein Taucher tauchen gehen und die stille Welt erleben möchte, was macht er? Steht er im Boot und sagt, 'Sieh nur diese großen, donnernden Wellen. Wie kann ich sie stoppen?' Es gibt für ihn keine Möglichkeit sie zu stoppen, also legt er seine Ausrüstung an und springt in das Meer. Sechs Meter unter der Oberfläche gibt es keine Wellen. Es ist eine stille Welt. Und du tauchst in schönen tropischen Gewässern hinunter auf sechzig Meter Tiefe und schaust dann nach oben. Dort ist das Boot mit Leuten, die von den Wellen hin- und hergeworfen werden, voller Befürchtung hineinzufallen in das, worin du gerade Vergnügen findest.

Geh also Tiefseetauchen. 'Wann?' - 'Jetzt!' - 'Wo?' - 'Im eigenen Inneren.' - 'Für wie lange?' - 'Für immer!'

Bekämpfe nicht die aufsteigenden Gedanken. Komm immer wieder zurück zu dem, was zu tun ist.

Du kannst also Tiefseetauchen in dir selbst, jetzt, wo immer du dich gerade befindest. Du kannst die oberflächlichen Wellen nicht anhalten. Doch es ist nur ein kleiner Teil deines Geistes, der mit diesen oberflächlichen Wellen zu tun hat. Da gibt es diese enorme Tiefe deines Geistes, die mit dem Ewigen verbunden ist. Bekämpfe nicht die aufsteigenden Gedanken. Komm immer wieder zurück zu dem, was zu tun ist. Alles was ein Taucher braucht, ist sein Atemgerät. Richte dich auf deinen Atem aus, beobachte den Atem. Bleib fortlaufend mit dieser Empfindung verbunden. Halte im Geist ein einzelnes Wort aufrecht (gemeint ist ein mantra), und komm immer wieder zu ihm zurück. Komm immer wieder zu ihm zurück. So wirst du lernen, jenen Teil des Ozeans deines Geistes hinter dir zu lassen, der von diesen stürmischen Wellen bewegt wird.

Hier befassen wir uns mit der Wissenschaft der menschlichen Persönlichkeit, mit all den Fähigkeiten der Persönlichkeit, die zusammen mit den Landkarten des Bewusstseins von jenen erforscht wurden, deren Forschungsbereich die menschliche Persönlichkeit ist. Es ist ein grandioses Abenteuer, grösser als all die Abenteuer im äußeren Bereich. Der äußere Raum endet irgendwo, doch der innere Raum ist endlos.

Es ist eine weitreichende Wissenschaft. Es ist eine Wissenschaft, in der du völlige Kontrolle über deinen Geist erlangst, völlige Meisterung deiner Physiologie. Der Geist kontrolliert den Körper. Diese Kunst hat die westliche Wissenschaft bislang noch nicht begonnen zu lernen. Es gibt heute die Ansätze der ganzheitlichen Gesundheit, doch sie berühren erst die Oberfläche. Mein guru, Swami Rama, hat letztes Jahr beim jährlichen Himalayan Institute Congress Vorträge gehalten. Ein Doktor aus dem Publikum stellte ihm eine Frage über Krankheit und Gesundheit. Swami Rama meinte, 'Nur Narren werden krank, Doktor.' Welche Art Wissenschaft kann das derart und mit solcher Überzeugung thematisieren? Dein Geist heilt dich. Doch zuerst musst lernen, deinen Geist zu heilen. Dein Geist ist gespalten, verwundet. Reinige deinen Geist. Meditation ist die Heilung des Geistes. Lerne, in die Tiefen zu tauchen und geh immer weiter.

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